Wandertage sind ein ganz besonderes Highlight im Schuljahr. Mit etwas Glück gibt es drei Stück. Und wer ganz viel Glück hat, darf auf Klassenfahrt und die drei Wandertage am Stück irgendwo in der Ferne verbringen.
Für uns Schüler sind die Wandertage vor allen Dingen Spaß. Für die Lehrer bedeuten sie aber auch, dass ein pädagogischer Ansatz gegeben sein muss.
Warum pädagogischer Ansatz?
Uns Schülern fällt es immer wieder auf, dass es beim Wandertag doch nicht nur um Spaß geht. Irgendwie muss immer ein Museum, ein Denkmal oder irgendeine andere Ausstellung besucht werden. In Fachkreisen wird das „pädagogischer Ansatz“ genannt. So wurde es uns auf jeden Fall erklärt.
Der Wandertag soll nicht nur raus in die Natur führen und für Spiel und Spaß sorgen, sondern auch die Bildung in den Vordergrund rücken. Und dafür muss laut Pädagogik eben auch etwas Kultur eingebaut werden. Nicht immer zur Freude von uns Schülern, da wir viel lieber einfach mal einen Tag ohne lernen haben würden.
Wie wird der pädagogische Ansatz umgesetzt?
Ob es wirklich ein Museum wird oder ob nur irgendwo in einem Park ein wenig Zeit verbracht werden muss, liegt am Lehrer. Die Erfahrungen der Schüler sind da recht unterschiedlich.
Es gibt richtig coole Lehrer, die die Schüler fragen, ob sie in ein Museum wollen oder nicht. Wenn die Mehrheit dagegen ist, wird einfach was anderes gemacht und am Ende einfach nur angegeben, dass ein kultureller Aspekt enthalten war.
Allerdings gibt es auch Lehrer, die das alles sehr ernst nehmen und dann tatsächlich mit einem Museumsbesuch den schönen Tag ruinieren. Dann muss man als Schüler die Zähne zusammenbeißen, sich das Museum kurz anschauen und danach wieder die Freude am freien Schultag genießen.
Wie wünschen sich Schüler einen Wandertag?
Die Meinungen zum Wandertag gehen oft weit auseinander. Besonders dann, wenn man die Meinung vom Lehrer und die Meinung vom Schüler betrachtet.

Für viele Lehrer sind Wandertage sehr stressige Tage. Sie haben Verantwortung für eine ganze Klasse, die eben nicht im Schulgebäude zu finden ist, sondern draußen in der freien Wildbahn. Das sind immer andere Voraussetzungen als im Klassenzimmer. Und deshalb ist so ein Wandertag für den Lehrer natürlich immer eine besondere Herausforderung.
Für uns Schüler es ist einfach nur ein toller Tag. Mal keiner Schule, mal frei bewegen und mal raus aus dem Schulalltag. Deshalb wünschen sich viele Schüler auch mehr Mitbestimmung beim Wandertag. Sie wollen gefragt werden, was unternommen werden soll, wo es hingeht und wie der Tag am besten verbracht wird.
Vielleicht einfach mal einen Ausflug in die nächstgrößere Stadt zum shoppen? Oder eine coole Kanutour? All das ist durchaus auch Bildung und pädagogische Ansatz. Denn hier geht es einerseits darum, als Team zusammen eine Reise zu unternehmen. Bei einer Kanutour geht es zum Beispiel darum, als Team zu funktionieren. Wer in einem 2er oder in einem 3er Kanu sitzt, muss zusammenarbeiten, damit man sich fortbewegen kann. Und zwar möglichst gerade und nicht von einer Uferseite zur anderen.
Vielleicht sollten die Wandertage weniger diesen krampfhaften pädagogischen Ansatz haben. Vielleicht sollten Sie einfach lockerer sein und den Schülern die Möglichkeit geben, einfach mal zu entspannen und eine coole Zeit zu verbringen. Gemeinsam bei einem Ausflug, der ohne lernen und ohne langweilige Zwischenstopps absolviert werden kann.