Den Begriff Griechenland verbinden vielen Menschen mit Urlaub, Entspannung, Sonne und Spaß. Doch natürlich gehen auch hier die Kinder zur Schule. Deren Alltag wird in diesem Artikel vorgestellt.

Vor dem eigentlichen Schulbesuch können die Kinder freiwillig die Vorschule besuchen. Diese ist in etwa mit dem Kindergarten hierzulande zu vergleichen. Dort werden die Kinder auf die Grundschule vorbereitet, auf welche sie im Alter von 6 Jahren wechseln. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Schulpflicht, welche in Griechenland bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres anhält. Die Grundschule dauert 6 Jahre. Anders als beispielsweise auf Malta werden Jungen und Mädchen stets in einer Klasse zusammengefasst. Auf die Grundschule folgt die weiterführende Schule, welche 3 weitere Jahre dauert. Hier werden alle Schüler[1] gemeinsam unterrichtet und nicht wie in Deutschland je nach Leistungen auf verschiedene Schulformen aufgeteilt. Nach dem Abschluss dieser 9 Schuljahre endet die Schulpflicht. Allerdings besteht die Möglichkeit, freiwillig weitere 3 Jahre zur Schule zu gehen und so einen Abschluss zu erhalten, der die Absolventen zu einem Studium an einer Hochschule befugt. Alternativ können sie sich auch an einer Berufsschule anmelden und dort eine dreijährige Ausbildung beginnen. Allgemein sind die meisten Bildungseinrichtungen staatlich, private Schulen und Universitäten sind in Griechenland eine Seltenheit.
Zwar werden die griechischen Schüler nicht auf verschiedene Schulformen aufgeteilt, das heißt jedoch nicht, dass es keine Leistungsbeurteilung gibt. Diese beginnt bereits in der Grundschule. Dort erhalten die Kinder in den ersten beiden Jahren Berichtszeugnisse, in der 3. und 4. Klasse erfolgen erste Leistungseinteilungen und ab der 5. Klasse dann die Vergabe von Punkten, welche bis zur Oberstufe anhält.
Griechenland legt sehr viel Wert auf seine antike Vergangenheit. Aus diesem Grund lernen alle Schüler ab der 8. Klasse mindestens 5 Stunden pro Woche die Sprache Altgriechisch. Da aber auch die Gegenwart von Bedeutung ist, werden dazu moderne Fremdsprachen gelehrt. Für manche Kinder starten diese zusätzlichen Kurse schon in der 2. Grundschulklasse im Nachmittagsprogramm. Viele Schüler lernen später noch eine weitere Sprache, die nach den regulären 7 Schulstunden pro Tag gelernt wird. Weiterhin müssen die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen und für Prüfungen lernen, da deren Bestehen für den Lebenslauf er Schüler sehr wichtig ist. Besonders hart sind die Abschlussprüfungen in der Oberstufe, welche ohne Nachhilfestunden kaum bestanden werden können. Daher schreiben sich viele Schüler an Nachhilfeinstituten ein, wo sie den Unterrichtsstoff vertiefen können.
Ein großes Problem an griechischen Schulen ist die fehlende Modernität. Oftmals steht ein Lehrer an der Tafel und unterrichtet frontal. Stundenausfall ist keine Seltenheit, sodass Schüler den Stoff selbstständig zu Hause erarbeiten müssen. Seit einigen Jahren werden jedoch immer wieder Methoden ausprobiert, um diese Probleme zu beheben. Trotzdem sind viele Schüler, deren Eltern und auch Lehrer mit der Bildungspolitik des Landes nicht zufrieden, weshalb es regelmäßig zu Demonstrationen im Land kommt. Allgemein fordern die Betroffenen eine bessere Ausstattung der Bildungsinstitute sowie höhere Investitionen in die Bildung des Landes.
[1] Anmerkung: Im folgenden Artikel wird zur einfacheren Lesbarkeit lediglich das männliche Geschlecht verwendet. Dieses steht in diesem Fall stellvertretend für sämtliche existierende Geschlechter, sodass niemand ausgeschlossen wird.